Von der Bundeswehr zu „Gates` Erben“
Computer und Technik faszinierten Torsten Strelow schon als Kind. Später schob der Bund seine IT-Karriere maßgeblich an.
Heute, mit gerade 34 Jahren, ist der gebürtige Hannoveraner dort angekommen, wo er immer hin wollte: Er arbeitet bei Microsoft Deutschland in München als „Senior Partner Technology Spezialist“, berät Microsoft-Partner im Bereich Technologie. „Ein Traum!“, schwärmt er.
Begonnen hat er bei Vobis im technischen Verkauf. „Ich habe privat immer viel mit Computern gemacht“, sagt er, „der Weg war also gewissermaßen vorgezeichnet.“ 1998 zog ihn der Bund ein. Nach sechs Monaten wurde er Zeitsoldat, war Versorgungsunteroffizier in der S4-Abteilung, später Versorgungsdienstfeldwebel.
Als solcher war er mitverantwortlich für die logistischen Leistungen, die für den Betrieb des Bataillons wesentlich waren. „Ich habe von da aus schon viel mit der Abteilung S6, der IT, zusammengearbeitet“, berichtet er. Zeitweise vertrat er den S6-Feldwebel. „Beim Bund ist die IT natürlich eher ein Mittel zum Zweck. Aber man kann sich dort viel erarbeiten. Oft war es so, dass die anderen bei Übungen im Gelände waren und ich vor dem Rechner saß.“
Denn Torsten Strelow machte ernst mit seinen Berufsplänen: Über den BFD absolvierte er zunächst zwei sechswöchige Windows-Kurse. „Die kosten normalerweise mehrere tausend Euro“, sagt er. Dann absolvierte er eine bundeswehrinterne Weiterbildung zum Bürokaufmann. „Ich wusste, dass auch kaufmännische Kenntnisse für eine Tätigkeit als IT-Systemadministrator elementar sein würden.“
Und über die dachte er früh konkret nach. Gegen Ende der achtjährigen Dienstzeit absolvierte er seine Ausbildung zum IT Professional im dualen System beim Hannoveraner Bildungsträger „ComPers“ und ging vier Wochen nach Abschluss der Ausbildung als IT-Systemadministrator zu Bosch-Rexroth. Ein Jahr später wechselte er zu Microsoft.
Soft Skills wie Menschenkenntnis bezeichnet der IT-ler heute als wichtigste Errungenschaft aus seiner Zeit beim Heer. „Auch das strukturierte Denken, das ich im heutigen Job benötige, ist im Prinzip mit dem bei der Bundeswehr vergleichbar.“
Zeitsoldaten empfiehlt er, am Ball zu bleiben. „Sich nie unter Wert verkaufen. Networking. Sich ständig weiterbilden. Und auch die Finanzen im Blick haben, denn so mancher Zeitsoldat verdient später weniger als zu der Zeit beim Bund.“

